Die Technik hinter dem Klima

Hochschulgruppe der Universität Bremen besichtigt die Technik im „Klimahaus 8° Ost“ in Bremerhaven.

Das Klimahaus in Bremerhaven bietet seinen Besuchern eine Reise durch alle Klimazonen der Erde, die vom Längengrad 8° Ost durchschnitten werden. Auf 11.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden diese unterschiedlichen Klimate für die Besucher fühlbar und erlebbar dargestellt. Welche Technik ist erforderlich, um dieses Erlebnis zu gestalten? Das war die Frage, die sich die Hochschulgruppe der Universität Bremen stellte.

Gruppenbild im Klimahaus 8° Ost.
Gruppenbild im Klimahaus 8° Ost.
Am 31.05.11 trafen sich also 22 VDE-Jungmitglieder am Bremer Hauptbahnhof, um mit dem Zug nach Bremerhaven zu fahren. Ziel der Reise war das Klimahaus 8° Ost für eine technische Führung mit anschließendem Rundgang durch die Ausstellung. Zunächst wurde mit einem Film ein guter Überblick über das Konzept des Hauses, über seine Technik und seine Architektur geschaffen. Im Anschluss startete die technische Führung, deren Schwerpunkte technische Informationen zum Haus und zur Realisierung des Energiekonzepts waren. Die Klima- und Lüftungsanlagen, die Kälteerzeugung, die Wasseraufbereitung und die regenerativen Energien standen dann im Fokus der Führung. Das Gebäude besteht aus zwei Hüllen. Die Außenhülle aus Glas und Aluminium umgibt eine aus Beton gestaltete Innenhülle. Einerseits wird hierdurch eine architektonische Entkopplung von Fassade und Innenraum erreicht, die eine flexible Gestaltung der insgesamt 143 Ausstellungsräume ermöglicht. Andererseits ergibt sich die Möglichkeit die Sonneneinstrahlung und die Zirkulation der Innenluft für die Klimatisierung zu nutzen. Die Wärme der Betondecken wird zur Heizung genutzt. Die thermische Energie des Grundwassers wird über 500 Betonpfähle „angezapft“. Insgesamt ergibt sich so eine Energieversorgung, die nahezu neutral ist. Von besonderem Interesse war die Wasseraufbereitung der Aquarien mit etwa einer Million Liter Wasservolumen (siehe Bild).

Beeindruckende Wasseraufbereitung.
Beeindruckende Wasseraufbereitung.

Die technische Führung dauerte insgesamt etwa eineinhalb Stunden. Zum Abschluss wurde eine Vielzahl von Fragen der Studierenden zu den Konzepten der Energieversorgung, zur Nutzung regenerativer Energie und zur Weiterentwicklung der Technik beantwortet.

Im Anschluss an die Führung machten sich die Studenten in kleinen Gruppen auf, um die Ausstellungsräume zu erkunden und zu entdecken, wie das vorher Erklärte und Gezeigte für die Besucher umgesetzt wird.

 

Den größten Teil der Ausstellung nimmt die Reise entlang des achten östlichen Längengrads in Anspruch. Diese Reise ist in acht verschiedenen Stationen aufgeteilt, die sich in unterschiedlichen Ländern und Klimazonen befinden. Beeindruckt waren viele Studenten von der Gletscherspalte, der Eiskammer und davon, wie fühlbar naturgetreu das Klima der unterschiedlichen Orte dargestellt wird.
Im Ausstellungsbereich „Elemente“ kann der Besucher mit kleinen Experimenten untersuchen, wie die Elemente „Feuer, Wasser, Erde und Luft“ unser Klima und das Wetter beeinflussen. Im Bereich „Perspektiven“ dreht sich alles um die Entwicklung des Klimas, die Erkenntnisse der Klimaforschung und um mögliche Auswirkungen in der Zukunft. Im Bereich „Chancen“ befinden sich unter anderem acht Kapseln, in denen die mögliche Zukunft gezeigt wird, wie es an den acht verschiedenen Orten, die man auf der Reise erlebt hat, bald aussehen könnte. Im Anschluss konnten die Teilnehmer noch spielerisch herausfinden, wie leicht man den CO2-Ausstoß im Alltag reduzieren kann.

Die Jungmitglieder erkundeten die Be­reiche, die für sie am spannendsten waren und zum Museumsschluss verließen die Letzten die Aus­stellung. Es wurde festgestellt, dass der eine Tag im Klimahaus 8° Ost nicht ausreichend war, um alle Bereiche des Hauses zu erkunden. Viele Teilnehmer werden sich daher noch einmal auf den Weg nach Bremerhaven machen, um im Klimahaus einmal mehr um die Erde zu reisen! <<

 

Sarah Rugen, VDE Nord-West e.V.