Erstes VDI-Innovationsforum in Hamburg
IT ist die Schlüsseltechnologie für einen gesunden Innovationsstandort.
Anfang November drehte sich beim VDI Hamburger Bezirksverein e.V. alles ums Netzwerken im Zeichen der Einsen und Nullen. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner Ferchau Engineering lud der VDI zum ersten Innovationsforum ins Terminal Tango am Flughafen Hamburg. Thema der Auftaktveranstaltung war „IT-Innovation als Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb“.
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| Dr.-Ing. Michael Rehfeldt, Dr. Michael Ruff, Heinz Friedrich und Mario Schuster. |
Mario Schuster, Mitinitiator des Forums und Regionalleiter bei Ferchau, war schnell klar, dass das erste VDI-Innovationsforum der IT geschuldet sein sollte: „Die IT ist die Basis für unzählige Produktinnovationen in den verschiedensten Branchen. Man muss sich nur verdeutlichen, wie sehr diese Technologie die Innovationszyklen beschleunigt hat.“ Auch beim Innovationsdienstleister, für den Schuster tätig ist, nimmt die Nachfrage nach Know-how im IT Bereich zu. Ferchau beschäftigt derzeit von mehr als 4.500 Mitarbeitern etwa 700 im IT-Bereich; Tendenz steigend. Bis 2015 will das Unternehmen 35 Prozent des Umsatzes mit industrienaher IT-Dienstleistung erwirtschaften.
Auch Heinz Friedrich vom VDI-Arbeitskreis „Informations- und Medientechnik“ führte aus, dass die Vielfalt der IT-Innovationen sichtbar gemacht werden sollte: „IT kommt in viel mehr Bereichen als nur Datenverarbeitung zum Einsatz; inzwischen quasi in allen ingenieurwissenschaftlichen Bereichen. Wir haben uns somit entschieden, das Thema breiter auszulegen und branchenspezifische Lösungen zu beleuchten.“
Eine Innovationsführerschaft in eher „klassischen“ Datenverarbeitungsthemen liege, so Friedrich, bis auf einige Ausnahmen weitgehend nicht mehr in Deutschland. „Innovative IT-Lösungen haben hierzulande trotzdem eine zunehmende Bedeutung, insbesondere außerhalb der klassischen Bereiche. Diese können dann beispielsweise auch reine Elektronik oder Mechanik ersetzen bzw. ergänzen und dadurch neue flexible technische Lösungsansätze ermöglichen.“ So betrachtet stehe Deutschland als IT-Innovationsstandort gut da.
Ein erfindungsreiches Unternehmen im Land ist der Schiffszulieferer Raytheon Anschütz mit Sitz in Kiel. Der Leiter Entwicklung Core Technology, Dr. Michael Ruff, sieht seine Branche einen durch IT ausgelösten Quantensprung vollziehen: „Wurde zuvor die Funktionalität der Schiffssteuerung durch Verdrahtung und analoge Geber sichergestellt, so bietet heute der Einsatz moderner BUS-Systeme in Verbindung mit einer serviceorientierten Softwarearchitektur die Möglichkeit, mehrere Teilnehmer einzubinden und rechtzeitig die richtigen Informationen auf der Schiffsbrücke darzustellen. Die Wartungsintensität sinkt, während die Sicherheit und Verlässlichkeit steigt.“
Dass IT-Innovation kein Selbstzweck sein kann, stellte Dr.-Ing. Michael Rehfeldt, Section Manager bei Dräger Medical, in seinem Vortrag zum Thema „Tradition trifft Innovation“ heraus: „Natürlich hat die IT dazu beigetragen, dass unsere Beatmungsgeräte den Patienten heute viel schonender und differenzierter beatmen. Die Medizintechnik boomt aber nicht zuletzt darum, weil wir mit unseren Innovationen bestehende Bedürfnisse von Patienten und medizinischem Personal bedienen. Die große Herausforderung in Sachen Innovation ist es, das technisch Mögliche mit den Anforderungen unserer Kunden in Deckung zu bringen.“
Sorge machte den Teilnehmern insbesondere der Fachkräftemangel. Laut Branchenverband Bitkom fehlen deutschlandweit derzeit rund 35.000 Computerfachleute und allein in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern können laut VDI rund 4.800 Ingenieurstellen nicht besetzt werden. Der Gastredner Dietmar Schönherr, Leiter IT-Solutions bei Ferchau Engineering, sieht zumindest mittelfristig Abhilfe durch das Outsourcing: „Unsere IT-Consultants sind versiert auf Ähnlichkeitsbetrachtungen aus verschiedensten Branchen. Dadurch können sie auch in kurzer Zeit wichtige Entwicklungen für jeden Industriezweig anstoßen.“<<
Ferchau Engineering/VDI Hamburg

