Bundestreffen der AKs „Technikgeschichte“ in Lübeck
Technikgeschichte zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Das Treffen der AKs „Technikgeschichte“ fand dieses Jahr mit Unterstützung des Lübecker BV statt.
Der BV Lübeck hat gern sein lokales Netzwerk für die Planung und Durchführung der Veranstaltung genutzt. Nach der Begrüßung im Innovationszentrum trug Prof. Dr. mult. Eike Lehmann über die Schiffbau- und Werftaktivitäten in der Hansestadt von früher bis heute vor. Der U-Boot-Bau spielte hierbei eine besondere Rolle. In Lübeck hat das weltweit bekannte Ingenieurkontor Lübeck (IKL) konstruiert und entwickelt. Über 60 Prozent der konventionellen Boote nach dem Zweiten Weltkrieg kommen von hier und die Entwicklung des wasserstoffbetriebenen Bootes wurde ebenfalls hier durchgeführt. Die Unterseeboote der Deutschen Marine sind technisch führend. Dr.-Ing. K. Knaack gab einen Überblick über die außenluftunabhängigen Antriebsentwicklungen bis hin zur heutigen Brennstoffzellentechnik.
Die Gruppe konnte das Unternehmen Maschinenbau Gabler besichtigen. Neben der Fertigung von U-Boot-Komponenten werden Thermoformautomaten erfolgreich auf dem Weltmarkt entwickelt und vertrieben. Der geschäftsführende Gesellschafter Wolfgang Scharf erläuterte die Firmenziele und die Maßnahmen zur Erhaltung der technologischen Marktführerschaft.
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| In der Fertigung bei Gabler Thermoform GmbH. |
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| Ausgrabungen in der Welterbestätte, Braunstraße. |
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| Labor der Hütte Herrenwyk im Industriemuseum. |
Am Nachmittag wurde die Welterbestätte der Hansestadt Lübeck besichtigt. Aus dem Welterbeprogramm des Bundesbauministeriums fließen neun Millionen, die 35 Archäologen, Grabungstechnikern, Restauratoren und Hilfskräften die Erforschung des Gründerviertels ermöglichen. Mit neuesten Vermessungsgeräten ist am Computer ein verzerrungsfreier Befundplan entstanden. Holzgebäude, Zäune, Steinmauern, Kloakenschächte, Entwässerungssysteme und gewerbliche Anlagen geben einen Einblick in das Leben der Lübecker vom 12. bis in das 18. Jahrhundert. Viel Keramik, Gussformen zur Herstellung von Schmuck, ein Zapfhahn, ein Knochenkamm mit Markierungen für die Zinkentiefe vor der Sägearbeit geben Einblicke in die Arbeitswelt von damals. Durch dendrochronologische Untersuchungen der im Holz vorhandenen Jahresringe lässt sich das Alter fast auf Jahre genau bestimmen.
Auf Einladung der Lübecker fand ein Arbeitsessen in der altehrwürdigen Schiffergesellschaft unter großen von der Decke hängenden Segelschiffsmodellen statt. An den alten Eichentischen, an denen die Seefahrer und Kaufleute früher ihre Ladungen aushandelten, kam es zu regem Gedankenaustausch und neuen Anregungen.
Als Abschluss der Veranstaltung wurde das Industriemuseum, Geschichtswerkstatt Herrenwyk besichtigt, das sich mit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts, die dem Handel in Lübeck folgte, beschäftigt. Ein Hochofenwerk, Werften, Maschinenbau und Lebensmittelverarbeitung waren die bedeutendsten Wirtschaftszweige. Die Geschichtswerkstatt Herrenwyk befindet sich im ehemaligen Werkkaufhaus des Hochofenwerks am Rande der 1906 errichteten Werksiedlung. Am authentischen Ort wird die Geschichte des Werks und seiner Arbeiter und deren Arbeits- und Lebensbedingungen gezeigt.<<
VDI BV Lübeck



